Impulsstatement of 15 min by Dr. Ulrich Horstmann, topic EU Energy policy, followed by discussion & exchange of opinion with wine, water & peanuts

Von: Horstmann, Ulrich
Gesendet: Dienstag, 2. Januar 2018 09:32
Betreff: Megatrend Energie und Klimawandel: Update zu Dekarb.-Themen

Vortrag von Prof. Sinn am 18.12.2017,

Beiträge 'Die Energiewende retten' vom 29.12.,

'Solarstrom ist überteuert und ineffizient' vom 30.12.,

'Teure Verbindung' vom 2.1.)

 

Zum Jahresstart anbei von mir ein kurzes Update zu Dekarbonisierungsthemen:

 

Vortrag von Prof. Hans-Werner Sinn ‚Wie viel Zappelstrom verträgt das Netz? Bemerkungen zur deutschen Energiewendein der LMU am 18.12.2017

 

In seinem Vortrag erwähnte er sein Arbeitspapier  ‘Buffering Volatility: A Study on the Limits of Germany’s Energy Revolution‘ (letzte Version Mai 2017, hier als pdf. beigefügt), das die Grundlage für seine Ausführungen lieferte.

 

Eigene Beurteilung: Grundsätzlich teile ich die Skepsis von Prof. Sinn, dass die inländische Energiewende (Atomkraftausstieg und Subventionierung der Erneuerbaren)nicht funktioniert, wenn auch ein beschleunigter Kohleausstieg erfolgt. Das ist das Dilemma deutscher Energiepolitik. Sie hat auch das Geschäftsmodell der Großkraftbetreiber zerstört, da die Lastschwankungen der Erneuerbaren zu Lasten ihres Betriebes gehen. Prof. Sinns ‚rationalen Argumente gegen eine irrationale Energiepolitik‘ werden – was er selbst auch so sieht – bis auf absehbare Zeit nicht zu deutlich veränderten Weichenstellungen führen (da das Thema im Inland emotional – religionsähnlich - besetzt ist und die hohen Kosten der Energiewende erst später zunehmend spürbar werden).  

 

Beitrag von Hans-Martin Henning und Eberhard Umbach: ‚Die Energiewende retten', FAZ vom 29.12.2017, S. 18

 

In dem Beitrag wird die Energiewende als generationsübergreifendes gesellschaftliches Großprojekt wie die deutsche Wiedervereinigung eingestuft. Statt Verboten (nicht marktwirtschafs- und demokratiekonform) wird ein wirksamer, übergreifender CO2-Preis als zentrale Anforderung zur Erreichung der Klimaschutzziele genannt. Das europäische Handelssystem für Emissionszertifikate (EU-ETS) sollte auf alle Sektoren ausgeweitet werden.

 

Eigene Beurteilung: Lesenswerter Beitrag, Mindestpreise für CO2-Emissionen gibt es bereits in England. In Deutschland stoßen solche markwirtschaftskonformen Ansätze auf Bedenken: Die Kosten für den Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke und damit für die Energiewende würden noch weiter steigen, die bereits jetzt nach Schätzungen 30 bis 60 Mrd. Euro jährlich bis zum Jahr 2050 ausmachen.

 

Beiträge Andreas Mihm: 'Solarstrom ist überteuert und ineffizient', Andreas Mihm ‚Minus-Bilanz‘, FAZ vom 30.12.2017 (S. 19)

 

Die Beiträge von Andreas Mihm nehmen Bezug zur folgenden Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft, Köln (IW), die heute (2.1.) veröffentlicht wurde.

https://www.iwkoeln.de/studien/iw-kurzberichte/beitrag/hubertus-bardt-thilo-schaefer-verteilungsprobleme-und-ineffizienz-in-der-klimapolitik-374868.html (siehe dazu auch das beigefügte pdf.)

 

Die Photovoltaikanlagen sind danach besonders ineffizient. Ein verstärkter Emissionshandel wird empfohlen, um  CO2-Emissionen effizient zu vermeiden.

 

Eigene Beurteilung: Die Förderpolitik ist aus Sicht des IW und von Mihm eine Geldvernichtungsmaschine. Der Druck, die inländische Förderpolitik der Energiewende marktonform anzupassen, steigt. Die Kritik kommt nicht nur von inländischen Wissenschaftlern sondern auch aus dem Ausland, (Forderung nach Mindestpreisen für CO2,vgl. meine Email vom 13.12.)

 

Beitrag von Franz Hubik, Klaus Stratmann: ‚Teure Verbindung, Handelsblatt vom 02.01.2018, S. 8

 

Während in Großbritannien die Netzanbindung marktwirtschaftskonform ausgeschrieben wird, bekommt in Deutschland fast immer der niederländische Netzanschlussanbieter Tennet zum Zuge, wodurch ein ‚künstliches Monopol‘ geschaffen würde.

 

Eigene Beurteilung: Auch in diesem Beitrag wird die mangelnde Marktnähe der inländischen Energiepolitik kritisiert, hier auf der Ebene der Netzschlussanbieter. Mehr Wettbewerb und mehr Transparenz sind damit Hauptforderungen, die für alle Segmente der Energiepolitik gelten.

 


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